24H LE MANS: STAND NACH SECHS STUNDEN

Die beiden TOYOTA GAZOO Racing TS050 HYBRID lagen an der Spitze des Feldes, als die 88. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans ihre Sechs-Stunden-Marke erreichte.

Die Startnummer 8 von Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima, die den Langstrecken-Klassiker in den vergangenen zwei Jahren gewannen und in diesem Jahr Verstärkung durch Brendon Hartley erhielten, liegen nach dem ersten Rennviertel trotz eines Reifenschadens und Zeitverlust durch Reinigung der Bremsbelüftung bei zwei Boxenstopps in Führung.

Das von der Pole Position gestartete Schwesterauto mit der Nummer 7 der WM-Führenden Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López hatte über beinahe das gesamte erste Rennviertel das Rennen angeführt, verlor dann allerdings sehr viel Zeit durch den Einsatz des Safety Car, das für sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt auf der Strecke Einsatz hatte. Ihr nächster Verfolger ist der Rebellion #1 auf P3, der allerdings bereits eine Runde zurück liegt.

Mike führte das Feld vom Start weg an und begann sofort, ein Zeitpolster für die Nummer 7 aufzubauen, während Sébastien, der mit der Nummer 8 als Dritter gestartet war und über den gesamten ersten Stint mit dem Rebellion Nummer 1 um den zweiten Platz kämpfte.

Beim ersten Tankstopp gelang es Sébastien vor den Rebellion auf den zweiten Platz vorzurücken, doch gegen Ende der ersten Rennstunde machte ein Reifenschaden hinten links einen außerplanmäßigen Boxenstopp erforderlich, was die #8 auf den vierten Platz zurückwarf, eine Minute hinter dem Führenden zurück. Während Mike seinen Vorsprung ausbaute, arbeitete sich Sébastien an beiden Rebellion-Autos vorbei auf den zweiten Platz.

Da die beiden TS050 HYBRID in der Strategie nun um einen halben Stint versetzt fuhren, wechselte während des nächsten Tankstopps kurz die Führung, doch nach beiden Stopps lag erneut #7 in Front, mit einem konstanten Vorsprung von knapp einer Minute.

Das flotte Tempo behielten beide Autos auch dann bei, nachdem Kamui und Brendon nahe der Drei-Stunden-Marke ihre jeweiligen Autos – ausgestattet mit frischen Michelin-Reifen – übernommen hatten. Lediglich die etwas erhöhten Temperaturen an der Bremsanlage der #8 erforderte eine zusätzliche Reinigung der Lufteinlässe, was rund 30 Sekunden Standzeit kostete.

Überrundungsverkehr und einige Gelbphasen ließen den Abstand zwischen Kamui und Brendon schwanken, doch beide hatten bereits eine Runde Vorsprung auf den drittplatzierte Rebellion #1. Beim nächsten Fahrerwechsel zu Beginn der sechsten Rennstunde verlor die #8 erneut 30 Sekunden, wieder war es die Bremsbelüftung, die gereinigt werden musste, während Kazuki das Steuer übernahm.

Damit hatte José in der #7 nach der ersten Vierteldistanz einen Vorsprung von 90 Sekunden. Aber eine Safety-Car-Phase nach fünf Stunden und 45 Minuten Renndauer wegen des Unfalls eines GTE-Fahrzeugs, kam zum für die #7 denkbar unglücklichsten Zeitpunkt. José hatte keine andere Wahl, als zum nachtanken die Box aufzusuchen, verlor dann jedoch an der geschlossenen Boxenausfahrt mehr als zwei Minuten, was Kazuki pünktlich zur Sechs-Stunden-Marke die Führung bescherte, während das Rennen zunächst weiter hinter dem Safety-Car fortgesetzt wurde.

Mike Conway (TS050 HYBRID #7): „Mein erster Stint verlief von Anfang an ziemlich gut. Ich durchfuhr die ersten Kurven Seite an Seite mit dem Rebellion #1, wir haben das beide sauber ausgeführt und es blieb sehr fair. Ich blieb vorne, obwohl ich sehen konnte, dass der Rebellion schon recht schnell war, also machte ich Druck, um einen Vorsprung herauszufahren. Gegen Mitte meines Stints war dann die Balance des Autos etwas heikel, aber zum Ende hin besserte sich das wieder. Wir mussten daher versuchen die Balance auszutarieren, die sich durch das Gummi auf der Strecke und die sinkende Außentemperatur bessernde Streckenbedingungen halfen dabei sicherlich.“

Kamui Kobayashi (TS050 HYBRID #7): „Mein Stint war eine ziemliche Herausforderung, wegen all dem Verkehr und den vielen Zwischenfällen. Ich hatte etwas Pech mit den Slow-Zones und verlor ziemlich viel Zeit, eine davon kostete mich gut 30 Sekunden. Der Überrundungsverkehr war durch die vielen Autos auf der Strecke wirklich hart, da war oberste Priorität, mich aus allem Ärger heraus zu halten. Wir haben noch eine Menge Weg vor uns, also heißt es genau so weitermachen.“

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #8): „Die Bedingungen waren überraschend gut, bedenkt man, dass zu Beginn der Woche noch Aussicht auf reichlich Regen bestand. Zu Beginn des Rennens lag ich hinter dem Rebellion, dann hatte ich den Reifenschaden, so dass ich keine Chance hatte, mit der #7 um die Führung zu kämpfen. Dann verloren wir bei den Boxenstopps mit der Reinigung der Kühlungsschächte der Bremsen Zeit, es war also ein hektisches erstes Rennviertel. Ich hoffe, es läuft nun etwas ruhiger, und das wir noch einen schönen Kampf mit der #7 werden austragen können.“

Brendon Hartley (TS050 HYBRID): „Leider hatten wir ein Temperaturproblem an einer der Vorderradremsen, so dass wir das in den Griff bekommen mussten. Wir verloren bei beiden Fahrerwechseln Zeit beim Versuch, Gummiabrieb aus einem der Belüftungskanäle herauszuklauben. Das beeinträchtigte unser Tempo ein wenig, aber wir sind immer noch im Kampf um den Sieg, es liegt ja noch ein langer Weg vor uns. Es ist ein schönes Gefühl, hier wieder Rennen zu fahren, für mich erstmals mit dem TS050 HYBRID. Da mein Stint früh im Rennen war, ging ich auf Nummer sicher und vermied jegliche Fehler.“