BELGIEN-BLUES FüR TOYOTA GAZOO RACING

World Endurance ChampionshipTOYOTA GAZOO Racing erlebte in der World Endurance Championship beim Sechs-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps ein Wochenende zum Vergessen. Mit einem zutiefst enttäuschenden Resultat beendeten sie das zweite Rennen der WEC.

Das Rennwochenende begann schon am Donnerstag problematisch, als sich Kazuki Nakajima bei einem Trainingsunfall auf regennasser Piste einen Wirbel brach. Dieser Vorfall in Kombination mit einem zusätzlich schwierigen Renntag, trug wenig dazu bei die Stimmung im Team zu heben.

Mit einem Rückstand auf Audi und Porsche, der nach dem Qualifying sichtlich größer war als erwartet, geriet das Rennen zu einem Musterbeispiel in Schadensbegrenzung. Jedoch endete selbst die verbliebene Hoffnung, wenigstens in der Weltmeisterschaft in Schlagdistanz zu bleiben frustrierend.

Alex Wurz, Stéphane Sarrazin und Mike Conway erzielten in ihrem TS040 HYBRID mit der Startnummer 2 mit Rang fünf noch das beste Resultat für Toyota. Die Weltmeister Anthony Davidson und Sébastien Buemi mussten zwischenzeitlich mit technischen Problemen kämpfen und kamen am Ende nicht über Rang acht hinaus.

Dabei sah beim Start des Sechs-Stunden-Rennens  noch alles gut aus, als sich Sébastien und Alex auf dem sechsten, respektive siebten Platz befanden. Alex schob sich dann mit einem guten Start vor seinen Teamkollegen und eroberte durch ein hartes Manöver in Kurve eins sogar kurzfristig den vierten Rang bevor er zurückfiel.

Einige Zwischenfälle wirbelten die Reihenfolge im Feld der LMP1 immer wieder durcheinander, wovon zunächst beide TS040 HYBRID profitieren konnten. Nach dem ersten Fahrerwechsel fand sich die #2, nun mit Stéphane am Steuer, auf dem fünften Platz wieder, einen Rang vor der #1, die jetzt von Anthony gesteuert wurde.

Unglücklicherweise blieb auch #1 von den Problemen in der LMP1-Klasse an diesem Tag nicht verschont. Schwierigkeiten mit der Elektrik zwangen zu zwei Boxenstopps, die insgesamt über 20 Minuten beanspruchten. So fand sich Sébastien mit 14 Runden Rückstand auf Rang 14 wieder, als er endlich auf die Piste zurückkehren konnte.

Währenddessen gaben Stéphane und Mike alles, um den fünften Platz zu behaupten. Zwei Stunden vor Ende des Rennens machte auch Sébastien Positionen gut und hatte bald wieder die Top-Ten im Visier.

Anthony und Alex übernahmen dann wieder ihre jeweiligen Fahrzeuge für den letzten Stint und #1 konnte gegen die langsameren LMP2-Autos Position um Position zurück erobern. Schließlich beendete Alex ein technisch problemfreies Rennen auf Rang fünf, drei Runden hinter der Spitze, während Anthony auf Platz acht einlief.

Mit diesem Resultat liegt Markenweltmeister TOYOTA nach zwei Rennen mit 47 Punkten auf Platz drei der Konstrukteurswertung, während Alex, Stéphane und Mike mit jeweils 22 Punkten in der Fahrerwertung ebenfalls den dritten Rang belegen.

Entschlossen sich deutlich zu verbessern, legt TOYOTA GAZOO Racing nun den vollen Fokus auf das nächste Rennen, die 24 Stunden von Le Mans am 13. und 14. Juni. Die Vorbereitungen dazu beginnen am 31. Mai, mit dem offiziellen Testtag an der Sarthe.

Toshio Sato, Team President: „Das war ein schweres Rennen für uns. Wir wollten viel besser abschneiden, schon für Kazuki. Wie schon in Silverstone haben wir uns auch hier mit den Rundenzeiten, verglichen mit dem Vorjahr, verbessert, aber es war nicht genug, um Audi und Porsche, die einen beeindruckenden Job abgeliefert haben, herausfordern zu können. Meine Glückwünsche an Audi für einen hart erkämpften Sieg. Nun werden wir unsere technischen Probleme genau analysieren, ebenso den Grund für unseren Rückstand auf die Konkurrenz. Wir werden konzentriert und mit aller Kraft an der Entwicklung unseres Le-Mans-Spec-Autos arbeiten.“

TS040 HYBRID #1 (Anthony Davidson, Sébastien Buemi)
Rennen: P8, 162 Runden, 9 Boxenstopps. Startplatz: P6. Schnellste Rennrunde: 1:59,528 Minute.

Anthony Davidson: „Ein enttäuschender Tag als Ende einer schwierigen Woche, die mit Kazukis Unfall begann. Wir hatten einige technische Probleme und ein Wochenende zum Vergessen. Das nächste Rennen ist das wichtigste des Jahres, wir werden also voll konzentriert bleiben und daran arbeiten, mehr Leistung abzurufen.“

Sébastien Buemi: „Ehrlich gesagt war das eines unserer schlechtesten Wochenenden überhaupt. Es ist schon lange her, dass wir nicht auf dem Podium standen. Wir hatten Probleme während des Rennens und waren einfach nicht schnell genug. Jetzt müssen wir versuchen, unsere Zeiten zu verbessern. Wir werden nicht nachlassen und unser Bestes geben.“

TS040 HYBRID #2 (Alex Wurz, Stéphane Sarrazin, Mike Conway)
Rennen: P5, 173 Runden, 7 Boxenstopps. Startplatz: P7. Schnellste Rennrunde: 2:00.170 Minuten.

Alex Wurz: „Das war ein schweres Rennen, weil wir einfach nicht die nötige Pace hatten. Ich hatte aber ein paar schöne Zweikämpfe, es hat Spaß gremacht so auf der Strecke zu fighten. Alles in allem war es ein sehr aufregendes Rennen für die WEC-Fans, aber ich möchte jetzt nach Hause  fahren und hart mit dem Team arbeiten, damit wir uns verbessern und wieder ganz vorne mitfahren.“

Stéphane Sarrazin: „Wie befürchtet war es ein schwieriger Tag für uns. Audi und Porsche waren sehr schnell, sie haben große Fortschritte gemacht und selbst wenn wir uns verbessern, werden wir immer noch Rückstand haben. Wir haben nur einen Monat Zeit zu reagieren, mal sehen, was passiert. Wir müssen sehr hart arbeiten um uns für Le Mans zu verbessern.“

Mike Conway: „Wir haben unser bestes gegeben, aber mehr als der fünfte Platz war nicht drin. Ein paar Punkte haben wir gesammelt, aber das nächste Rennen ist Le Mans, das ist das wichtigste überhaupt. Wir müssen nun unsere Köpfe anstrengen und alles geben, damit wir in Le Mans so konkurrenzfähig wie nur möglich sein werden.”