RING FREI FÜR DIE WELTMEISTER

WEC_TEST0715_SH003018_SH_LowDas Weltmeister-Team TOYOTA GAZOO Racing wird sich diese Woche auf die kurze Anreise in die Eifel aufmachen, wo am Wochenende der vierte Lauf zur World Endurance Championship (WEC) stattfinden wird, dem Sechs-Stunden-Rennen am Nürburgring.

Gerade einmal neunzig Kilometern trennen den Hauptsitz der TOYOTA Motorsport GmbH in Köln bis zum Nürburgring. Damit hat TOYOTA GAZOO Racing unter den LMP1-Herstellern die kürzeste Anreise zum ersten WEC-Lauf in Deutschland seit 1991, als die Rennserie noch World Sportscar Championship (Sportwagen-WM) hieß.

Für die beiden TS040 HYBRID ist es nach der langen Sommerpause der erste Renneinsatz seit den 24 Stunden von Le Mans, wo TOYOTA auf den Positionen sechs und acht das Ziel sah.

Die Weltmeister Anthony Davidson und Sébastien Buemi werden am Steuer der Startnummer 1 erneut von Kazuki Nakajima unterstützt und streben den zweiten Podestplatz des Jahres an. Alex Wurz, Stéphane Sarrazin und Mike Conway wollen dagegen das erste Top 3-Ergebnis der Saison in der Startnummer 2 erringen.

Für das Rennen hat sich TOYOTA bereits bei einem zweitägigen Test am Nürburgring im Juli vorbereitet. Es war eine gute Gelegenheit für das Team mit Abstimmungen und der Reifenauswahl zu experimentieren, wobei Anthony, Sébastien sowie Alex die Möglichkeit hatten sich mit der Strecke vertraut zu machen.

Das einst als 1000 Kilometer Rennen vom Nürburgring bekannte Rennen wurde erstmals 1953 ausgetragen. Die Nordschleife war dabei bis einschließlich 1984 Bestandteil der Streckenführung und bis heute ist es ein Prototyp aus der Langstrecken-WM, der den Rundenrekord auf der 20 Kilometer anspruchsvollen Traditionsstrecke hält, die nicht umsonst als „Grüne Hölle“ berüchtigt ist.

Am kommenden Wochenende wird allerdings auf der Grand Prix-Strecke gefahren, die ihrerseits auf nur 5,148 Kilometer Länge 17 Kurven aufweist und sich durch eine relativ schmale Streckenführung auszeichnet, was die Überrundungen der langsameren LMP2- und GT-Fahrzeuge im Rennen zu einer Herausforderung für die LMP1-Fahrer machen wird.

Obwohl neu im WEC-Kalender, kennen alle TOYOTA-Piloten die berühmte Rennstrecke in der Eifel, die regelmäßig Teil der Rennkalender von sowohl bekannten Nachwuchsserien als auch der Formel 1 ist.

Die Veranstaltung beginnt am Freitag mit zwei 90-minütigen Trainingssitzungen (12.00 und 16.30 Uhr) und setzt sich am Samstag mit einem dritten freien Training (09.30 – 10.30 Uhr) und dem Qualifying (14.30 – 14.50 Uhr) fort. Der Start erfolgt am Sonntag um 13.00 Uhr.

Toshio Sato, Team President: „Es ist großartig nach der langen Sommerpause wieder an die Rennstrecke zu kommen. Wir haben uns von dem sehr fordernden Rennen in Le Mans erholt und sind bereit für den nächsten Lauf. Vor allem weil dies unser Heimrennen ist, beziehungsweise eines von zwei, neben dem Lauf auf dem Fuji Speedway. Sowohl unser Werk als auch die deutsche Niederlassung von TOYOTA sind nicht weit weg vom Nürburgring, also hoffen wir auf viel Unterstützung, das wird uns zusätzlich motivieren. Wir werden alles geben und unseren Beitrag für ein spannendes Rennen leisten – und dazu gehört auch, Audi und Porsche herauszufordern. Das wird ein schwieriges Unterfangen werden, soviel steht fest, aber wir werden alles geben. Unsere Testfahrten am Nürburgring verliefen gut, also denke ich sind wir gut vorbereitet. Da nun die zweite Saisonhälfte der WEC beginnt, wollen wir das Wochenende möglichst positiv abschließen.“

Anthony Davidson (TS040 HYBRID #1): „Ich freue mich darauf wieder am Nürburgring antreten zu können, denn ich bin 2007 letztmals dort am Start gewesen und es ist eine Strecke, die mir so richtig Spaß machte. Den TS040 HYBRID nach Le Mans auf einer so traditionsreichen, aber auch viel schmaleren Strecke zu fahren, verspricht eine neue Erfahrung zu werden. Es ist eine der alten, klassischen Rennstrecken, die die meisten Fahrer sehr gut kennen, aber es ist auch eine ziemlich knifflige Strecke. Es macht immer Spaß zu solch Austragungsorten zu reisen, da herrscht die richtige Atmosphäre und die Fans kennen sich sehr gut mit den Autos und der Meisterschaft aus. Nur weil wir hier noch nie angetreten sind, heißt das ja nicht, dass sich die deutschen Fans nicht für die WEC interessieren würden, also freue ich mich schon auf volle Ränge.”

Sébastien Buemi (TS040 HYBRID #1): „Ich freue mich sehr auf den Nürburgring. Es ist eine großartige Strecke und ich bin hier schon in der Formel 3 und in der im Formel 1 angetreten. Keine einfache Strecke, um dort einen LMP1 zu fahren, das wird aufregend. Es wird ebenfalls toll werden vor den deutschen Fans anzutreten, das wird sicher eine großartige Veranstaltung. Das einzige, was mir eine wenig Sorgen bereitet, ist das berüchtigte Eifel-Wetter. Ich kann mich an eine Testfahrt erinnern, die wegen Schneefalls ausfiel – im Mai! Ich bin mir zwar relativ sicher, dass am Wochenende kein Schneefall zu befürchten sein wird, andererseits weiß man ja nie, was einen am Nürburgring erwartet.”

Kazuki Nakajima (TS040 HYBRID #1): „Nach dieser langen Pause freue ich mich darauf, wieder in den TS040 HYBRID klettern zu dürfen. Ich habe die lange Pause dazu genutzt meine Batterien wieder aufzuladen. Vor ein paar Wochen war ich aber auch schon wieder in der Super Formula Meisterschaft am Start, wobei ich in Fuji den zweiten Platz holen konnte. Es war schön mal wieder auf dem Podest zu stehen und ich hoffe, das gelingt mir am Sonntag auch zusammen mit Anthony und Sébastien. Das wird nicht leicht werden, aber es ist eine neue Strecke, was den WEC-Kalender angeht, und das eröffnet neue Chancen. Auch wenn dies Neuland für die WEC ist, so kenne ich den Nürburgring recht gut aus meiner Zeit in der Formel 3 und GP2. Der große Unterschied zu den Formelrennen wird aber das Miteinander der verschiedenen Kategorien auf der Strecke sein. Und da der Nürburgring keine sonderlich breite Fahrbahn hat, könnte das eine ziemlich Herausforderung werden.”

Alex Wurz (TS040 HYBRID #2): „Ich habe zwei Jahre lang in Nürburg gelebt, als ich noch ein Teenager war und in der Formel Ford und Formel 3 fuhr. Ich wohnte damals nur rund 200 Meter entfernt von der Start- und Zielgeraden, kenne mich also gut da aus und es wird richtig nett sein, dort mal wieder vorbei zu schauen. Ich habe viele gute Erinnerungen an den Nürburgring, denn ich konnte mehrere Rennen dort gewinnen. Dort jetzt einen LMP1 zu bewegen, wird aufgrund der großen Tradition der Sportwagen am Nürburgring, vor allem wegen des 1000-Kilometer-Rennens, eine tolle Sache werden. Wir freuen uns auf unser zweites Heimrennen, denn eine Menge Mitarbeiter von TMG werden uns besuchen kommen. Sie alle werden den TS040 HYBRID in Aktion sehen können und ein besseres Gefühl dafür bekommen, wie die Früchte ihrer Arbeit aussehen. Das wird bestimmt ziemlich cool werden.”

Stéphane Sarrazin (TS040 HYBRID #2): „Das letzte Mal, als ich mit einem LMP1 am Nürburgring antrat war 2007 und 2008 – und ich gewann beide Rennen. Ich habe also nur gute Erinnerungen im Zusammenhang mit LMP1-Autos. Ich mag den Nürburgring und es freut mich sehr, dass die Strecke Part dies diesjährigen Kalenders ist. Auch wenn die meisten WEC-Fahrer die Strecke kennen, so fährt sie sich in einem LMP1, verglichen mit einem Formelwagen oder einem GT, doch ganz anders, aber es ist eine schöne Herausforderung. Ich denke die Strecke wird unserem Auto entgegen kommen, aber warten wir es ab. Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, was wir erwarten können. Die erste Hälfte der Saison verlief für uns recht schwierig, also heißt es weiter kämpfen und Gas geben, damit wir wieder aufs Podium kommen.”

Mike Conway (TS040 HYBRID #2): „Ich finde es großartig, dass wir jetzt in Deutschland fahren, da drei der vier LMP1-Hersteller ja hier ansässig sind. Für die Fans ist das doch eine tolle Sache so viele Teams aus dem eigenen Land anfeuern zu können. Und ich freue mich darauf zeigen zu dürfen, wozu so ein LMP1-Auto am Nürburgring fähig ist. Es ist eine gute Strecke und vom Grip her müsste sie unserem Auto entgegen kommen. Das Team hat bei den Testfahrten im letzten Monat eine Menge Daten sammeln können, es wird also interessant sein zu sehen, wie sich das so im Laufe des Rennwochenendes entwickeln wird. Ich hoffe, dass die Fans viel Spaß haben werden und dass dies der Beginn einer langen und erfolgreichen Zeit für die WEC am Nürburgring sein wird.”