TOYOTA GAZOO RACING AUF PROVISORISCHER LE MANS-POLE

TOYOTA GAZOO Racing schloss das erste Qualifying zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans, zugleich dritter Lauf zur FIA Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) 2017, mit der provisorischen Pole Position ab.

Nach Siegen bei den ersten beiden WM-Läufen war das Team als Tabellenführende angereist und mit dem Ziel den ersten Le Mans-Sieg für TOYOTA zu erringen. Die drei TS050 HYBRID stiegen souverän wie nie seit der ersten Teilnahme der Marke am Klassiker im Jahre 1985 in die diesjährige Veranstaltung ein.

Kamui Kobayashi sicherte mit seiner Tagesbestzeit in 3. 18.793 Minuten im TS050 HYBRID mit der Startnummer sieben, den er dieses Mal mit Mike Conway und Stéphane Sarrazin teilt, nicht nur die provisorische Pole, sondern war dabei zugleich 0,940 Sekunde schneller als die Pole-Zeit des Vorjahres.

Die WM-Tabellenleader Sébastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima im TS050 HYBRID Nummer acht beendeten das erste Quali auf Rang zwei, wobei Kazuki, der Polesetter aus dem Jahre 2014, auch dieses Mal der Schnellste des Trios war.

Die Nummer neun von Nicolas Lapierre, Yuji Kunimoto und José María López erreichten vorläufig die viertschnellste Startposition, wobei es Nicolas war, der die Rookies Yuji und José María vom Druck ihrer allerersten Nachtfahrt befreite und die persönliche Bestzeit des Trios herausfuhr.

In Le Mans zählt die absolute Bestzeit jedes Teams aus den drei jeweils zweistündigen Qualifyings für die Startposition. Die endgültige Startaufstellung wird sich somit erst Donnerstagnacht heraus kristallisieren, wenn um Mitternacht das Schwenken der schwarz-weiß-karierten Flagge das letzte Qualifying beenden wird.

Im Anbetracht eines bevorstehenden 24-Stunden-Rennens war die Performance über eine gezeitete Runde heute nicht von übergeordneter Bedeutung, denn die meiste Zeit wurde an diesem Mittwoch in die Optimierung der Feinabstimmung des TS050 HYBRID für den Rennbetrieb auf dem Circuit de la Sarthe investiert, zumal der Streckenverlauf nur zum Teil eine Rennstrecke ist, ansonsten öffentliche – und für die Veranstaltung gesperrte – Landstraßen beinhaltet.

Diese Arbeit begann bereits beim vierstündigen freien Training am Nachmittag. Entscheidende Vorarbeit wurde bereits beim offiziellen Testtag am vierten Juni geleistet, daher konnte man die vorhandene Abstimmung mit einer Verfeinerung der Einstellungen im Bereich Aerodynamik und Fahrwerk bei sonnigen – und entsprechend heißen – Bedingungen fortsetzen.

Das erste Qualifying begann zwar erst nach Sonnenuntergang, dennoch herrschten zu Beginn des Quali noch immer 27° Außentemperatur. Nach einem Unfall während des Trainings zu einem Rahmenrennen waren Leitplanken beschädigt worden und deren Reparatur zog sich soweit hinaus, dass die Sitzung erst mit 20-minütiger Verspätung gestartet werden konnte. So blieben nur eine Stunde und 40 Minute Fahrzeit übrig.

Neben der eigenen Vorgabe die Fahrzeugbalance weiter zu verbessern und das Verhalten der Reifen bei sich verändernden Streckenbedingungen zu beobachten, galt es auch die Anforderungen des Reglements zu erfüllen, nämlich allen neun Fahrern mindestens fünf Runden in nächtlichen Bedingungen zu ermöglichen – was beides planmäßig erzielt werden konnte.

Auch während der bevorstehenden beiden jeweils 120-minütigen Quali-Sitzungen am Donnerstag, die um 18.00 bzw. um 22.00 Uhr beginnen werden, wird das Team das Hauptaugenmerk auf eine weitere Verfeinerung der Rennabstimmung richten. Dennoch wird man auch danach streben TOYOTA zum dritten Mal eine Pole Position in Le Mans zu sichern.

TS050 HYBRID #7 (Mike Conway, Kamui Kobayashi, José María López)

1. freies Training: P2 (3.20,966 Minuten), 51 Runden

1. Qualifying: P1 (3.18,793 Minuten), 26 Runden

Mike Conway (TS050 HYBRID #7): „Das war eine großartige Runde von Kamui, bedenkt man vor allem, dass es nicht einmal eine Quali-Runde auf vollem Angriff war. Es war insgesamt gute Teamarbeit das Auto in so eine gute Form zu trimmen, was wir durch stetige Fortschritte erreichten. Unser Fokus gilt dem Rennen und daher müssen wir lediglich so weiter arbeiten und uns bestmöglich auf das Rennen vorbereiten. Ich fühle mich jedenfalls schon nach diesem ersten Tag bestens vorbereitet.”

Kamui Kobayashi (TS050 HYBRID #7): „Auch wenn ich die Bestzeit erzielte, ich musste in jener Runde durch viel Verkehr hindurch, was ein wenig frustrierend war. Aber die provisorische Pole zu halten ist jedenfalls gut. Im Laufe des Nachmittags fasste ich mehr und mehr Vertrauen in das Fahrverhalten und wir machten gute Fortschritte. Es handelt sich um ein 24-Stunden-Rennen, also ist der Ausgang des Quali nicht die Priorität. Es bleibt abzuwarten, inwieweit wir das Auto noch für die Long-Runs vorbereiten können, denn wir müssen uns auf ein langes Rennen vorbereiten.”

Stéphane Sarrazin (TS050 HYBRID #7): „Für unser Auto war es ein sehr guter erster Tag. Wir konzentrierten uns vornehmlich darauf das Auto fürs Rennen vorzubereiten, denn das ist die Hauptsache. Kamui gelang eines sehr gute Rundenzeit, was beweist, dass wir von der Basis her gut aufgestellt sind. Wir können noch an der Balance feilen, um besser für das Rennen gerüstet zu sein, doch uns gelang heute ein starker Einstieg, ich bin daher mit unserer Arbeit soweit recht glücklich.”

TS050 HYBRID #8 (Anthony Davidson, Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima)

1. freies Training: P4 (3.21,775 Minuten), 50 Runden

1. Qualifying: P2 (3.19,431 Minuten), 26 Runden

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #8): „Ich bin nicht sonderlich viele Runden im Quali gefahren, folglich gibt es nicht viel zu berichten. Zwei TOYOTAs provisorisch in der ersten Startreihe zu wissen, ist aber recht ermutigend, aber das ist der Stand nach nur einer Quali-Sitzung. Wir konzentrieren uns eher auf das Rennen, folglich ist das Quali nur ein Teil des Vorgangs.”

Anthony Davidson (TS050 HYBRID #8): „Das war ein Tag voller Überraschungen, denn die Streckenbedingungen entsprachen so gar nicht dem, was wir beim Testtag vorgefunden hatten. Den Testtag hatten wir recht zufrieden mit dem Auto abgeschlossen, doch heute ließ zu Anfang die Balance zu wünschen übrig. Daran mussten wir arbeiten, um das wieder in Griff zu kriegen, und das gelang uns auch recht gut. Uns bleibt noch ein Tag für Vorbereitungen, also werden wir entsprechend hart arbeiten.”

Kazuki Nakajima (TS050 HYBRID #8): „Die Streckenbedingungen waren ziemlich schlecht, was uns die Sache erschwerte. Später im Qualifying hatten wir dann wieder ähnliche Bedingungen wie beim Testtag und wir waren dann in der Nacht mit dem Auto auch recht zufrieden. Wir konnten eine Menge über die Reifen und die Abstimmung dazu lernen, also war es ein produktiver Arbeitstag. Wir müssen aber weiter Druck machen.”

TS050 HYBRID #9 (Stéphane Sarrazin, Nicolas Lapierre, Yuji Kunimoto”

1. freies Training: P5 (3.21,975 Minuten), 54 Runden

1. Qualifying: P4 (3.19.958 Minuten), 27 Runden

Nicolas Lapierre (TS050 HYBRID #9): „Es war ein wenig frustrierend, weil ich während meiner schnellsten Runden jeweils in dichten Verkehr geriet, doch das Auto war ziemlich gut, worüber ich schon einmal glücklich bin. Morgen wird die Strecke wohl ohnehin schneller sein. Besonders positiv fand ich, dass meine beiden Teamkollegen großartige Arbeit leisteten, sogar in der Nacht, und dass das Auto konkurrenzfähig zu sein scheint. Insgesamt gesehen bin also recht happy.”

Yuji Kunimoto (TS050 HYBRID #9): „Ich fuhr heute hier in Le Mans erstmals in der Nacht und das gefiel mir sehr gut. Natürlich ist das anspruchsvoller als bei Tag und ich musste mich auf den Verkehr einstellen, vor allem in den schnellen Kurven. Ich habe eine Menge dazu gelernt und bin recht zufrieden mit dem Verlauf.”

José María López (TS050 HYBRID #9): „Mein erstes Quali hier in Le Mans, das war schon etwas ganz besonderes. Das nächtliche Fahren hat mir gut gefallen und ich lerne noch immer mit jedem Meter in diesem Auto dazu. Ich arbeite Schritt für Schritt an meinem Tempo und bin mit meinen Fortschritten sehr glücklich. Aber das ist ja nur der Anfang, wir reden von einem 24-Stunden-Rennen, und davor haben wir ja noch den Donnerstag. Wir werden bereit sein, um anzugreifen.”

Ergebnis 1. freies Trainings

1.        #1 Porsche (Jani/Lotterer/Tandy)                   3.20,362 Minuten                   50 Runden

2.      #7 TOYOTA GAZOO Racing                     +0.604 Sekunden             51 Runden

3.       #2 Porsche (Bernhard/Bamber/Hartley)        +1,325 Sekunden                    56 Runden

4.       #8 TOYOTA GAZOO Racing                   +1.413 Sekunden              50 Runden

5.       #9 TOYOTA GAZOO Racing                   +1.613 Sekunden              54 Runden

6.        #4 Bykolles (Webb/Kraihamer/Bonanomi) +7,466 Sekunden                      24 Runden

Ergebnis 1. Qualifying:

1.       #7 TOYOTA GAZOO Racing                   3.18,793 Minuten             26 Runden

2.      #8 TOYOTA GAZOO Racing                   +0.638 Sekunden              26 Runden

3.       #2 Porsche (Bernhard/Bamber/Hartley)       +0,917 Sekunden                    21 Runden

4.        #9 TOYOTA GAZOO Racing                 +1.165 Sekunden               27 Runden

5.        #1 Porsche (Jani/Lotterer/Tandy)                +2,372 Sekunden                      21 Runden

6.        #4 Bykolles (Webb/Kraihamer/Bonanomi)+10,094 Sekunden                     21 Runden