TOYOTA GAZOO RACING FEIERT DOPPELSIEG UND FAHRER-WM-TITEL

Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López sind die neuen Weltmeister der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) nach einer dominanten Siegesfahrt im achten und letzten WM-Lauf der Saison 2019-2020, den 8 Stunden von Bahrain. TOYOTA GAZOO Racing gelang beim Abschiedsrennen des dreimaligen Le Mans-Siegerautos TS050 HYBRID, das allein zwei der drei WM-Titel des Teams errang, ein Doppelsieg.

Das Trio war mit dem TS050 HYBRID mit der Startnummer 7 mit Punkterückstand zur Titelentscheidung angetreten, führten aber von der Pole Position aus vom Start weg bis zum Fallen der schwarz-weiß-karierten Flagge und holten sich neben einem grandiosen Sieg auch endlich den wohlverdienten Titelgewinn. Ein schöner Trost nach dem schmerzlichen Rückschlag bei den 24 Stunden von Le Mans, wo in den letzten beiden Ausgaben jeweils der sicher erscheinende Sieg doch noch durch die Finger glitt.

Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima, die scheidenden Weltmeister, lieferten gemeinsam mit Brendon Hartley im TS050 HYBRID mit der Startnummer 8 ein perfektes Ergebnis für das Team ab, belegten mit 64,594 Sekunden Rückstand auf das siegreiche Schwesterauto den zweiten Platz.

Mit dem heutigen Rennen fiel der Vorhang für die LMP1-Ära im Langstreckensport, dem TOYOTA sich seit 2012 verschrieben hat. In seinen 64 Rennen hat das Team 29 Rennen gewonnen, 26 Pole Positions errungen und 24 schnellste Runden gesammelt, wobei es in drei seiner acht Saisons sowohl die Team- als auch die Fahrer-Weltmeisterschaft gewann.

In diesem Zeitraum konnte der Treibstoffverbrauch um 35% gesenkt werden, obwohl die Rundenzeiten in Le Mans mittlerweile rund 10 Sekunden pro Runde schneller sind. Das letzte LMP1-Auto des Teams, der TS050 HYBRID, schrieb zudem Langstrecken-WM-Geschichte, indem es mit der schnellste Runde aller Zeiten auf dem legendären Circuit de la Sarthe in den Geschichtsbüchern vermerkt wurde.

Seit seinem Debüt im Jahr 2016 wurde der TS050 HYBRID von 11 verschiedenen Fahrern in 34 Rennen gelenkt, gewann dreimal in Le Mans und hat 19 WEC-Laufsiege, 16 Pole Positions sowie 15 schnellste Rennrunden zu Buche stehen.

Das letzte WEC-Rennen der Saison war ein geradliniges Duell zwischen den beiden TS050 HYBRID-Crews um den Sieg, und damit um den Weltmeistertitel, wobei das Fahrzeug Nummer 7 einen theoretischen Handicap-Vorteil von 0,54 Sekunde je Runde gegenüber dem Schwesterauto Nummer 8 hatte.

Mike ging von der Pole Position als Führender in die erste Kurve und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus, den Kamui und José in ihren Stints konsequent ausbauen würden. Der Kampf gegen ihr Erfolgshandicap war eine schwierige Herausforderung für die Crew #8, trotz eines tapferen Einsatzes, zunächst von Rennstarter Sébastien, dann von Brendon und Kazuki, war dieser Nachteil aber unüberwindbar.

Der Rückstand auf den Führenden war kurz nach der Halbdistanz-Marke bereits auf 75 Sekunden angewachsen, als wegen Trümmern in der Einfahrt zur Boxengasse das durch eine Safety-Car in Szene kam, was den Rückstand fast vollständig annulierte. Kazuki macht folglich nach Rennfreigabe ordentlich Druck auf das Schwesterauto, Sébastien später ebenfalls, doch José und im letzten Stint auch Mike behielten die Nerven und bauten ihre Führung routiniert wieder aus.

Im letzten Rennenviertel betrug der Vorsprung der Nummer 7 rund 30 Sekunden, der in der letzten Stunde zu einem Vorsprung von einer Minute anwuchs. Kamui sah nach 263 Runden die schwarz-weiß-karierte Flagge als Erster und sicherte damit sich und seinen beiden Mitstreitern den Weltmeistertitel. Kazuki rollte mit der Nummer 8 als Zweiter über die Ziellinie, in der Gesamtwertung hieß das der Vizetitel mit fünf WM-Punkten Rückstand.

Während sich der Wüstenstaub auf die Saison 2019-2020 legt, laufen bereits die Vorbereitungen für die sechs WM-Läufe der Saison 2021. In den kommenden Monaten stehen für das Team Langstreckentests mit dem neuen Hypercar auf dem Programm, bevor das neue Rennauto am 19. März bei den 1.000 Meilen von Sebring sein Renndebüt begehen wird.

Hisatake Murata, Teampräsident: „Herzlichen Glückwunsch an Mike, Kamui und José, unsere neuen Weltmeister. Langstreckenrennen sind ein Mannschaftssport, und das ganze Team verdient meine Glückwünsche zu ihren Leistungen in dieser Saison. Ich bin stolz auf ihren Teamgeist und ihre Entschlossenheit. Mein Dank gilt auch dem Ausrichter der Meisterschaft und den Organisatoren der WM-Läufe für ihren starken Einsatz, der es uns ermöglichte, diese Saison trotz der globalen Umstände zu Ende zu bringen, sowie den Fans für ihre anhaltende Unterstützung des Langstreckensports. Es ist ein emotionaler Moment, das letzte Rennen der LMP1-Ära und das letzte für unseren TS050 HYBRID zu erleben. Wir haben so viele Erinnerungen an die letzten acht Saisons, an spannende Rennen, großartige Konkurrenten und fantastische Autos. Wir sind stolz darauf, Teil dieser Zeit der Langstreckenrennen gewesen zu sein, und wir freuen uns darauf, die Fans in der neuen Hypercar-Ära erneut zu unterhalten“.

Mike Conway (TS050 HYBRID #7): „Es ist ein tolles Gefühl, hier als Weltmeister am Ende einer harten, aber fantastischen Saison zu stehen. Ich möchte mich ganz herzlich bei der Mannschaft bedanken, dass sie José, Kamui und mir die Chance gaben, dies zu erreichen. Unsere Crew und die Teamkollegen haben während der gesamten Saison einen perfekten Job gemacht, das gibt einem ein wirklich gutes Gefühl. Ich bin ein bisschen traurig, dass dies das letzte Rennen für den TS050 HYBRID war, aber für uns ist es perfekt gelaufen.“

Kamui Kobayashi (TS050 HYBRID #7): „Vielen Dank für all die Unterstützung aus Japan und Köln, insbesondere im Hinblick auf die sehr harte Arbeit, die seit 2016 am TS050 geleistet wurde. Es war nicht leicht, aber wir haben mit diesem Auto tolle Erinnerungen gesammelt. Das Team hat Le Mans dreimal gewonnen, und jetzt sind wir mit dem Auto mit der Startnummer 7 Weltmeister geworden. Mehr kann man nicht verlangen. Aber diese Erfolge wurden nicht nur von den Fahrern errungen. Den Mechanikern, Ingenieuren und allen, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben, vielen Dank.“

José María López (TS050 HYBRID #7): „Es ist ein ganz besonderes Gefühl, heute mit einem Sieg Weltmeister zu werden. Ich möchte allen in Köln und in Higashi-Fuji danken, allen, die so viele Jahre lang an diesem fantastischen Auto gearbeitet haben. Es war eine erstaunliche Saison. Wir haben sehr hart dafür gearbeitet, und es ist ein Traum, mit Kamui und Mike Weltmeister zu werden. Die beiden sind für mich mittlerweile wie Brüder. Es ist wirklich ein unglaubliches Gefühl.“

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #8): „Glückwunsch an Crew Nummer 7 und Glückwunsch an das Team, das ein fehlerfreies Rennen bot. In unserem Auto haben wir unser Bestes gegeben, doch das Erfolgshandicap war ein ziemlicher Nachteil. Aber ich bin mit unserem Rennen zufrieden. Wir haben einen perfekten Job gemacht, hatten heute aber keine Chance auf den Sieg. So ist das Leben. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Nun, das war’s mit dem TS050 HYBRID. Ich habe gegen Ende des Rennens darüber nachgedacht und diese meine letzten Runden genossen.“

Kazuki Nakajima (TS050 HYBRID #8): „Herzlichen Glückwunsch an Crew Nummer 7. Sie hatten eine gute Saison und haben sich den Titel verdient. Wir hatten auch eine gute Saison mit unserem Le-Mans-Sieg, aber aufgrund des Erfolgshandicaps war der Bahrain-Lauf schwierig für uns. Es gelang zwischendurch, das Rennen noch einmal spannend zu machen, was in sich schon eine gute Leistung war. Danke auch an unsere Mechaniker und Ingenieure, die während der gesamten Saison einen tollen Job gemacht haben. Jetzt freue ich mich darauf, den Hypercar zum ersten Mal zu fahren.“

Brendon Hartley (TS050 HYBRID #8): „Ich denke, wir haben mit unserer Nummer 8 ein wirklich schönes Rennen gefahren. Wir wussten, dass wir mehr als eine halbe Sekunde Rückstand pro Runde haben würden, also haben wir wirklich alles gegeben. Der Rundenzeiten-Schnitt waren dennoch gut, aber mit dem Erfolgshandicap war heute nicht mehr drin. Herzlichen Glückwunsch an Crew Nummer 7, so haben keinerlei Fehler gemacht. Sie haben den Job erledigt und die Fahrer-Weltmeisterschaft verdient.“

Ergebnis 8 Stunden von Bahrain
1. #7 TOYOTA GAZOO Racing 263 Runden
2. #8 TOYOTA GAZOO Racing +1.04,594 Minute
3. #37 Jackie Chan DC Racing (Tung/Aubry/Stevens) +16 Runden
4. #38 JOTA (Gonzalez/da Costa/Davidson) +16 Runden
5. #29 Team Nederland (Van Eerd/Van der Garde/De Vries) +16 Runden
6. #22 United Autosports (Hanson/Albuquerque/di Resta) +16 Runden