TOYOTA GAZOO RACING FEIERT LE MANS-HATTRICK

TOYOTA GAZOO Racing holte mit dem TS050 HYBRID nach einem turbulenten, aber letztlich erfolgreichen Rennverlauf auf dem Circuit de la Sarthe den dritten Gesamtsieg in Folge bei den 24 Stunden von Le Mans.

Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Brendon Hartley absolvierten in einem zermürbenden Rennen über 5.000 Kilometer Renndistanz, das erst zum zweiten Mal in der Geschichte im September ausgetragen wurde, und gewannen mit dem TS050 HYBRID mit der Startnummer 8 mit fünf Runden Vorsprung. Um diesen bemerkenswerten Erfolg zu krönen, übernahm das Trio zudem die Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft.

Für Sébastien und Kazuki war dies ihr dritter Le Mans-Triumph in Folge, und sie schließen sich damit dem illustren Kreis von bisher nur sieben Fahrern an, denen dieses Kunststück in der 97-jährigen Geschichte dieses Langstrecken-Klassikers gelang. Für Brendon war es nach seinem Sieg 2017 der zweite Triumph in Le Mans.

Der von der Pole Position gestartete TS050 HYBRID Startnummer 7, gefahren von Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López, schien bis zu einem Problem mit dem Abgassystem auf Kurs für en dersten Sieg des Trios, ihnen blieb letztlich nur, sich in den dramatischen letzten 70 Minuten der Materialschlacht auf den dritten Platz zurückzukämpfen.

Der heutige Sieg beim vorletzten Lauf zur FIA Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) 2019-2020 bedeutet zugleich die vorzeitige Krönung von TOYOTA GAZOO Racing zu Team-Weltmeistern mit 57 WM-Punkten Vorsprung auf Rebellion Racing. Es ist bereits der dritte WM-Titel nach Erfolgen in den Saisons 2014 und 2018-2019.

Dies war der letzte Auftritt in Le Mans für den 1.000 PS starken, allradgetriebenen TS050 HYBRID, der in La Sarthe neuen Standards in Sachen Effizienz und Performance setzte. So verbraucht der TS050 HYBRID 35% weniger Kraftstoff als die einst 2012 debütierende erste Generation der LMP1-Hybride, ist aber dennoch rund 10 Sekunden pro Runde schneller. Neben vier Pole Positions und drei Siegen, beides in Folge, hält der TS050 HYBRID auch weiterhin die Rekorde der schnellste Runde aller Zeiten, sowie dem Rundenrekord im Rennen.

Diese Errungenschaften sind die Inspiration, aus der der GR Super Sport geschaffen wurde, ein gewissermaßen in Le Mans geborener Hypercar. Und so war es nur logisch, dass das neue Gefährt kurz vor dem Start des Rennens seine öffentliche Premiere auf dieser Rennstrecke absolvierte. Eine kundenspezifische Entwicklungsversion absolvierte kurz vor dem Start um 14.30 Uhr eine Demonstrationsrunde und beförderte die Siegertrophäe zum Startbereich, wo die Nummer 7 auf der Pole Position und gleich dahinter das Schwestgerauto #8 auf Stratplatz drei auf den Start warteten.

Abgesehen von zehn Runden, hielt die #7 die Führung bis um die Sechs-Stunden-Marke mit einem komfortablen Vorsprung, der bei halber Distanz auf eine ganze Runde angewachsen war. Doch kurz vor 3.00 Uhr bemerkte Kamui einen Leistungsabfall, der ihn zu einem Reparaturstopp zwang. Ein beschädigter Auspuffkrümmer wurde in unter 30 Minuten ausgetauscht, und Kamui kehrte als Vierter ins Geschehen zurück, jetzt sechs Runden hinter dem Führenden zurück und mit vier Runden Rückstand auf den drittplatzierten Rebellion #3.

Damit lag die #8 klar in Führung, trotz eines Reifenschaden und einer durch aufgesammelte Bruchstücke beschädigte Kühlluftzuführung der vorderen Bremsen, die zu richten bei zwei Boxenstopps Zeit gekostet hatte und in der siebten Stunde eine 10-minütige Reparatur notwendig machte. Aber das Trio gab nie auf und kämpfte sich nach Beseitigung des Problem auf den zweiten Platz hinter der #7 zurück.

Als die #7 ihrerseits Probleme bekam, übernahmen Sébastien, Kazuki und Brendon die Führung und kontrollierten fortan das Rennens von der Spitze aus, bauten ihren Vorsprung auf fünf Runden aus. Zum dritten Jahr in Folge überquerte Kazuki die Ziellinie im Siegerauto und gewann die 24 Stunden von Le Mans, womit er seinen Status als erfolgreichster japanischer Fahrer in La Sarthe festigte.

Mike, José und Kamui holten zunächst auf Platz drei auf, doch nun war es die #7, die auf der Strecke liegende Bruchstücke aufklaubte, was dabei den Unterboden beschädigte und die Aerodynamik beeinträchtigte. Der Kampf um den letzten Podiumsplatz wurde so in der letzten Stunde noch einmal spannend. Erst als der Rebellion #3 zunächst einen Ausritt hatte und dann an der Box endgültig aufgeben musste, hatte José den dritten Platz sicher. Mit sechs Runden Rückstand auf das Schwesterauto und einer Runde hinter dem zweitplatzierten Rebellion #1 lief er im Ziel ein.

Für die Crew der #8 bedeutet der Sieg in Le Mans zudem die Führung im Rennen um den Fahrer-Weltmeistertitel, diese Entscheidung wird nun beim letzten WM-Lauf der Saison 2019-2020 am 14. November in Bahrain fallen. Es wird noch einmal spannend, die Le Mans-Sieger führen mit sieben WM-Punkten Vorsprung auf die Teamkollegen, wobei in Bahrain maximal 39 Zähler zur Vergabe stehen.

Hisatake Murata, Teampräsident: „Wir haben wieder einmal gesehen, was für eine schwierige Herausforderung die 24 Stunden von Le Mans sind, ein echter Ausdauertest. Wir haben großen Teamgeist und Entschlossenheit gezeigt, um die anfänglichen Schwierigkeiten der Startnummer 8 zu bewältigen, und der Sieg des TS050 HYBRID zum dritten Mal in Folge in Le Mans ist ein wahr gewordener Traum. Ich gratuliere allen im Team zu dieser Leistung. Wir hatten uns allerdings einen weiteren Doppelsieg zum Ziel gesetzt, und es tut mir leid für die Fahrer, Mechaniker und Ingenieure der Startnummer 7, die so hart gearbeitet und erneut so gute Leistungen gezeigt haben. Wir sind ein Team, und deshalb spüren wir alle ihren Schmerz. Wir vermissten zudem, diese Höhen und Tiefen mit den Fans an der Strecke zu teilen, aber ich hoffe, dass wir uns nächstes Jahr hier alle wieder treffen können. Herzlichen Glückwunsch an Rebellion für ihren Podiumsplatz, sie haben uns Druck gemacht und sich einmal mehr unseren Respekt verdient. Vielen Dank an den ACO, dass er uns die 24 Stunden von Le Mans trotz der globalen Umstände in diesem Jahr möglich machte.“

Mike Conway (TS050 HYBRID #7): „Le Mans war in all den Jahren nicht gerade freundlich zu uns. Wir freuen uns, dass TOYOTA GAZOO Racing den dritten Sieg in Folge errungen hat, aber auf unserer Seite der Box überwiegt das Gefühl, dass uns ein weiteres Mal der Sieg entglitt. Darüber sind wir traurig, auch weil es die Lage in der Weltmeisterschaft massiv veränderte. Das sind gleich zwei Schläge in die Magengrube in nur einem Rennen. Wir kommen immer hierher, um einen guten Job zu machen, aber irgend etwas kommt uns immer in die Quere. Aber gut gemacht von den Jungs der Nummer 8 und das gesamte Team für einen weiteren Sieg hier.“

Kamui Kobayashi (TS050 HYBRID #7): „Der dritte Platz ist nicht das Ergebnis, das wir erwartet oder angestebt hatten. Wir waren erneut sehr schnell, aber dieses Rennen hier scheint immer eine besondere Härte für uns parat zu haben. Wir haben einen guten Job gemacht, und das Team hat das Auto in der Nacht anstandslos repariert. Das Problem war sehr außergewöhnlich, es tauchte zum ersten Mal auf. Und dann gleich bei einem so wichtigen Rennen wie diesem. Aber so ist Le Mans, solche Dinge können nun einmal passieren. Herzlichen Glückwunsch an die Crew der #8 und das Team, das so hart gearbeitet hat, um beide Autos ins Ziel zu bringen.“

José María López (TS050 HYBRID #7): „Zuerst möchte ich dem Team und der Crew der #8 gratulieren. Es ist eine große Leistung für TOYOTA GAZOO Racing, dieses große Rennen zum dritten Mal in Folge zu gewinnen. Das Team hat sehr hart gearbeitet, Tag und Nacht. Alle haben einen fantastischen Job gemacht, einschließlich Mike und Kamui, und ich denke, auch ich habe meinen Teil dazu beigetragen. Leider endete es nicht so, wie wir es uns für unser Auto gewünscht hatten. Es ist frustrierend, so schnell zu sein, aber das Rennen dann nicht gewinnen zu können, doch wir werden es weiter versuchen.“

Sébastien Buemi (TS050 HYBRID #8): „Ich fühle mich großartig. Meine Teamkollegen und das Team haben so einen tollen Job gemacht. Das Rennen hat einmal mehr gezeigt, wie schnell sich das Blatt hier in Le Mans wenden kann. Als wir ins Rennen starteten, hatte ich das Gefühl, dass alles gegen uns war: Slow Zones, Reifenschäden und ein Problem mit der Bremsenkühlung. Aber dann lief plötzlich alles bestens, und wir führten das Rennen an, bald darauf führten wir mit fünf Runden Vorsprung. Le Mans hat erneut bewiesen, dass man nie weiß, was als nächstes passieren wird, bis das Rennen abgewunken ist.“

Kazuki Nakajima (TS050 HYBRID #8): „Es ist etwas Besonderes, beim letzten Auftritt des TS050 HYBRID hier in Le Mans zu gewinnen, und drei Siege in Folge zu erzielen, ist fantastisch. Wir hatten ein Rennen mit Höhen und Tiefen, aber alle haben einen wirklich guten Job gemacht, auch unser Schwesterauto. Irgendwie scheinen wir etwas mehr Glück zu haben, als das andere Auto. Als die Startnummer 7 Probleme bekam, ging es darum, das Rennen für TOYOTA zu gewinnen, und das war ziemlich hart. Ich bin wirklich glücklich, dies erreicht zu haben und Teil dieses Teams zu sein.“

Brendon Hartley (TS050 HYBRID mit der Startnummer 8): „Ich bin stolz auf meine Teamkollegen und das ganze Team um uns herum. Es war eine Lernkurve für mich, zu TOYOTA GAZOO Racing zu kommen. Séb und Kazuki haben mir geholfen, mich in einem sehr schnellen und komplexen Rennwagen zurechtzufinden. Heute hatten wir am Anfang ein paar kleine Probleme, aber dann hatten wir ein perfektes Rennen fahren können, dank einer erstaunlichen Gruppe von Ingenieuren und Mechanikern hinter den Kulissen. Alles wurde wirklich gut ausgeführt, also ein großes Dankeschön an TOYOTA GAZOO Racing.“