TOYOTA Racing verzichtet auf Bestzeiten-Jagd

tjm1319ju707Die Vorbereitungen von TOYOTA Racing für die bevorstehenden 24 Stunden von Le Mans gingen im freien Training und dem Qualifying auf dem Circuit de la Sarthe in die nächste Runde.

Nach dem üblichen, tagelangen Vorgeplänkel zu dieser Traditionsveranstaltung, zugleich der 3. Lauf zur FIA WEC Langstrecken-Weltmeisterschaft, nahmen die beiden TS030 HYBRID mit den Startnummern 7 und 8 die ersten offiziellen Trainingssitzungen in Angriff.

Alex Wurz, Nicolas Lapierre und Kazuki Nakajima schloßen das Quali mit der #7 auf dem vierten Rang ab, während die #8 mit Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Stéphane Sarrazin auf Platz 6 notiert wurde.

Die endgültigen Startpositionen werden allerdings erst nach beiden Quali-Sitzungen am Donnerstag feststehen.

Das Team setzte das Hauptaugenmerk auf die Abstimmungsarbeiten und Auswahl der am besten geeigneten Reifen, die während der Teils verregneten Testfahrten nicht hatten zu Ende geführt werden können.

Heute konnte auf einer trockenen Strecke die Arbeit in Angriff genommen werden, wobei die #7 mit Versuchen der aerodynamischen Abstimmung betraut wurde und die #8 mechanische Optionen durchprobierte.

Doch schon nach etwa einer Stunde setzte neuerlich Regen ein und erschwerte es abermals in der Sache weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Zwei Trainings-Abbrüche verkürzten zudem die zur Verfügung stehende Zeit drastisch. Wenigstens kam jeder der TOYOTA Racing-Fahrer einmal zum Fahren.

Das Team konzentrierte sich während des Qualifyings, statt auf Zeitenjagd zu gehen, auf die Feinarbeit der Abstimmung der beiden TS030 HYBRID, denn Priorität hat ein starkes Resultat beim Zieleinlauf am Sonntag.

Als die Nacht in Le Mans hereinbrach, blieb es warm, Kazuki und Stéphane nahmen die Sitzung auf trockener Strecke in Angriff und fuhren auf Anhieb Rundenzeiten, die die schnellsten dieser Sitzung bleiben sollten.

Nicolas und Anthony fuhren dann den zweiten Stint in den jeweiligen TS030 HYBRID. Als Sébastien jedoch die Nummer 8 für den 3. Stint übernahm, strandete er schon bald mit einem Antriebsschaden auf der Strecke.

Ein fast gleichzeitig stattfindender, glücklicherweise glimpflich verlaufender Unfall an anderer Stelle der Strecke beschädigte die Leitplanken, daher musste die Sitzung vorzeitig beendet werden.

Am Donnerstag finden die beiden letzten Quali-Sitzungen von 19.00 bis 21.00 Uhr und 22.00 Uhr bis Mitternacht statt. Das Rennen wird traditionell am Samstag um 15.00 Uhr gestartet werden.

TS030 HYBRID #7 (Alex Wurz, Nicolas Lapierre, Kazuki Nakajima)
Freies Training 1: P5 (3:30,866 Min), 40 Runden
Qualifying 1: P4 (3:26,676 Min), 17 Runden

Alex Wurz: „Wegen des Abbruchs kam ich im Quali nicht zum Fahren. Als ich im freien Training fuhr, war es naß, ich hatte nur zwei Runden im Trockenen. Es ist daher schwer, viel dazu zu sagen. Für uns steht das Ganze im Mittelpunkt, wie wir dastehen, wird das Rennergebnis zeigen. Wir müssen sicherstellen, dass wir im Hinblick auf die 24 Stunden alles perfekt vorbereiten. Das heißt, wir werden uns auch morgen auf die Abstimmung konzentrieren.“

Nicolas Lapierre: „Das Ergebnis ist etwas enttäuschend, der Abstand ist größer als uns lieb ist. Andererseits konzentrierten wir uns auf die Abstimmung und haben diesbezüglich auch Fortschritte gemacht. Der Abbruch kam ungelegen, denn jede Minute auf der Strecke ist wertvoll, um die diversen Dinge auszuprobieren, zumal der Regen unser Testprogramm arg gestört hatte. Wir haben noch immer einige Dinge abzuarbeiten, also hoffen wir auf eine störungsfreie Sitzung morgen mit beiden Autos, damit wir für das Rennen bereit sind.“

Kazuki Nakajima: „Ich hatte im Quali einen guten Lauf, doch wir könnten schon noch mehr zeigen. Wir arbeiten aber noch daran, über die gesamte Distanz schneller zu werden, statt im Quali. Wir haben noch Arbeit vor uns, doch es war bereits ein recht konstruktiver Tag und wir wissen, wo wir nach Verbesserungen suchen müssen. Wir werden uns auf das Rennen konzentrieren, denn darum geht es ja schließlich.“

TS030 HYBRID #8 (Anthony Davidson, Stéphane Sarrazin, Sébastien Buemi)
Freies Training 1: P4 (3:29,573 Min), 39 Runden
Qualifying 1: P6 (3:30,841secs), 10 Runden

Anthony Davidson: „Generell fährt sich das Auto recht gut. Schade, dass die Rundenzeiten das nicht widerspiegeln, denn das Auto fühlt sich wirklich gut an. Die Rundenzeiten sind nicht so, wie wir das gern sehen würden, aber es bleibt ja noch Zeit. Man will natürlich ein Auto haben, das man mit Zuversicht im dichten Verkehr und allen erdenklichen Bedingungen schnell bewegen kann, und das haben wir bereits. Aber wir stehen noch am Anfang, also bleiben wir zuversichtlich.“

Stéphane Sarrazin: „Wir haben uns heute in Richtung Rennen orientiert, statt auf Zeiten zu fahren. Schade, dass wir dabei keine Gelegenheit mehr hatten, auch auf Bestzeit zu fahren, doch das Auto fährt sich schon einmal sehr gut. Ich bin zuversichtlich, dass wir für das Rennen eine gute Abstimmung haben. Natürlich ist es nicht eben toll, während einer Sitzung auf der Strecke liegen zubleiben. Doch besser ein solches Problem am Mittwoch zu haben, als im Rennen.“

Sébastien Buemi: „Ich kam gerade mal 10 Kurven weit im Quali. Ich fuhr die Indianapolis-Kurve an, als hinten etwas schief ging. Über das Auto kann ich daher heute nicht viel sagen, doch meine Teamkollegen sind sehr zufrieden damit gewesen. Der Antriebsdefekt ist bedauerlich, doch weil die Sitzung dann abgebrochen wurde, haben wir nicht wirklich einen Nachteil erlitten.“